Vortragsreihe HypnoSalon
Datum: 02.04.2025; 19:00h
Referent: Gunther Schmidt
Thema: Wie man die Erfahrungsgeschichte unserer Herkunftsfamilien als Kompetenz-Quell nutzbar machen kann
Die Arbeit mit Mustern der Herkunftsfamilien (HKF) sind traditionell wertvolle Mittel der Familientherapie und der systemischen Therapie. Viele Konzepte, die sich jetzt auch systemisch nennen, haben ihre Methoden übernommen. Probleme/Symptome werden dabei aber meist in linear-kausalen Zusammenhang mit Ereignissen, Regeln und Mustern in den HKF gebracht, so, als ob die Symptome aus „krankmachenden Mustern in den HKF“ kommen würden, dort ihre "Ursachen" zu suchen seien etc. So werden aber auf die Familien oft normative Vorstellungen projiziert, die eher Schuld zuweisend, schwächend wirken und auch die betroffenen Klient*innen in Loyalitätskonflikte bringen können.
Solche Beschreibungen schaffen, auch wenn dies emotional verstehbar ist, Wirklichkeit mit großen Nachteilen und einseitigen verzerrten Perspektiven. Die Geschichte der HKF und ihre Organisationsmuster werden so oft nur als Ansammlung von Defiziten beschrieben (Pathographie). Dies wieder kann leider z.B. bewirken:
- dass KlientInnen sich als Opfer ihrer Familien erleben und eigene Gestaltungschancen (und ihre Eigenverantwortung) nicht mehr sehen
- dass Familienmitglieder sich angeschuldigt erleben, entweder dadurch selbst wieder Symptome entwickeln und/oder in massive Abwehr gehen
- dass KlientInnen so in intensive Loyalitätskonflikte geraten und dabei Symptomverstärkungen entwickeln,
- dass die enorm wertvollen und vielfältigen Kräfte und Kompetenzmuster, die im reichen Schatz der Familientraditionen gespeichert sind, nicht mehr wahrgenommen und dann auch nicht mehr wirksam genug genutzt werden können.
Aus der Sicht einer kompetenzorientierten hypnosystemischen Konzeption wirken einseitige Defizitbeschreibungen aber wie eine Form schwächender Hypnose.
Im HypnoSalon wird gezeigt, wie man mit der hypnosystemischen Lösungskonzeption ermöglichen kann:
- die eventuell erlittenen Erfahrungen sehr zu würdigen werden und wie man sie auch hilfreich mehr im Lichte eines "Verstehens ohne Gutheißen" sehen kann;
- dass man das, was man als leidvolle, "schlimme" und unerwünschte Muster erlebt hat, so integrieren kann, dass man freier damit umgehen kann und man sich dadurch endlich mehr ablösen aus alten, kraftraubenden Verklammerungen und Kämpfen;
- für sich aus der Familiendynamik und Geschichte der HKF zu entdecken und zu nutzen, was im "Unbewussten des Familiensystems" an Kompetenzen gespeichert und damit auch von uns schon unbewusst gelernt worden ist und aus diesem großen Kompetenzreservoir effektive Muster zu aktivieren, die man für Ziele der Gegenwart und Zukunft optimal einsetzen kann, ohne etwa Leidvolles zu bagatellisieren;
- wie man dabei Loyalitätskonflikte vermeiden kann und
- die traumatischen Erlebnisse sogar als kompetenzgebende Lernchancen nutzen kann;
- die familiären Vergangenheiten auch für zukünftige Familien-Prozesse, also für die „Hinkunfts-Familie“ nutzbar zu machen.
Dr. med. Dipl.-Volkswirt Gunther Schmidt ist einer der maßgeblichen Pioniere in der Entwicklung einer Integration systemischer (auch familientherapeutischer) Modelle und der kompetenzfokussierenden Konzepte Erickson'scher Hypnotherapie zu einem ganzheitlich-lösungsfokussierenden Konzept für Beratung und Psychotherapie. Neben seiner breiten Weiterbildungstätigkeit leitet er als ärztlicher Direktor und Geschäftsführer die sysTelios-Privatklinik für psychosomatische Gesundheitsentwicklung in Siedelsbrunn.