Online-Kongress: Zwischen Gefühl & Verstand:
Wissenschaft trifft auf Wirksamkeit -Erstamotionsregulation neu gedacht
Termin: Samstag, 20.06.2026 (9 -17 Uhr)
Dozent:innen: Gunther Schmidt, Damir del Monte, Matthias Berking, Dirk Eilert, Frauke Niehues, Karolina Friese
Wir laden Sie herzlich zu unserem ersten Online-Kongress zum Thema Zwischen Gefühl & Verstand: Wissenschaft trifft auf Wirksamkeit -Emotionsregulation neu gedacht ein.
Freuen Sie sich auf ein hochwertiges Programm, in dem renommierte Expert:innen ihre Perspektiven auf Emotionen beleuchten - von hypnosystemischen Ansätzen über neurowissenschaftliche und physiologische Erkenntnisse bis hin zu evolutionspsychologischen Erklärungsmodellen, jeweils auf neuestem wissenschaftlich Stand. Zwischen den Vorträgen lernen Sie zudem praktische Übungen zu körperorientierten Emotionsregulationsstrategien kennen, die Sie mitmachen und gleich mit Ihren Klient:innen anwenden können. Abschließend findet eine Podiumsdiskussion statt, in der die Fachleute die unterschiedlichen Ansätze diskutieren und integrieren.
Eine Betrachtung aus hypnosystemischer Sicht - Gunther Schmidt:
Aus hypnosystemischer Sicht können alle Emotionen verstanden und genutzt werden als wertvolle unwillkürliche Feedback-Kompetenzen über wichtige Bedürfnisse in spezifischen Kontexten, auch wenn sie von Erlebenden nicht immer als angenehm, zunächst manchmal sogar als bedrohlich empfunden werden. Emotionen „hat“ man nicht einfach, sie werden auf unwillkürlicher Ebene gemacht als Ergebnis meist unbewusster Einschätzungen, Bewertungen, Schlussfolgerungen und Erwartungen, welche die Voraussetzung dafür sind, dass sie dann aktiviert werden. Im Beitrag wird gezeigt,
a) wie diese Prozesse ablaufen,
b) wie jede Emotion systematisch als solche Botschaften übersetzt werden kann,
c) wie Emotionen systematisch zieldienlich und Kontext-angemessen genutzt (utilisiert) werden können, auch als Beziehungen gestaltende „Leistungen“,
d) wie dafür eine optimale Kooperation von willentlich-bewussten kognitiven Prozessen und emotionalen und körperlichen Prozessen gestärkt werden kann.
Emotionen begegnen uns ständig – als innere Regungen, Ausdrucksformen, Steuerimpulse. Und doch bleibt die Frage, was eine Emotion eigentlich ist, erstaunlich schwer zu beantworten. Der Begriff erscheint klar und greifbar, entzieht sich jedoch bei näherem Hinsehen einer einfachen Definition. Dieser Vortrag nähert sich dem Thema aus neurobiologischer Perspektive und beleuchtet zentrale Positionen: Auf der einen Seite des Spektrums steht die Vorstellung der Emotionen als klar definierte, subkortikale „affektive Systeme“ mit spezifischen neuronalen Schaltkreisen und klaren Verhaltensprogrammen. Auf der anderen Seite wird postuliert, dass Emotionen keine festen Entitäten, sondern dynamisch konstruierte Bewertungen sind. Der Vortrag skizziert dieses Spannungsfeld zwischen biologisch fundierter Universalität und kulturell und erfahrungs-geprägter Konstruktivität.
Aus hypnosystemischer Sicht können alle Emotionen verstanden und genutzt werden als wertvolle unwillkürliche Feedback-Kompetenzen über wichtige Bedürfnisse in spezifischen Kontexten, auch wenn sie von Erlebenden nicht immer als angenehm, zunächst manchmal sogar als bedrohlich empfunden werden. Emotionen „hat“ man nicht einfach, sie werden auf unwillkürlicher Ebene gemacht als Ergebnis meist unbewusster Einschätzungen, Bewertungen, Schlussfolgerungen und Erwartungen, welche die Voraussetzung dafür sind, dass sie dann aktiviert werden. Im Beitrag wird gezeigt,
a) wie diese Prozesse ablaufen,
b) wie jede Emotion systematisch als solche Botschaften übersetzt werden kann,
c) wie Emotionen systematisch zieldienlich und Kontext-angemessen genutzt (utilisiert) werden können, auch als Beziehungen gestaltende „Leistungen“,
d) wie dafür eine optimale Kooperation von willentlich-bewussten kognitiven Prozessen und emotionalen und körperlichen Prozessen gestärkt werden kann.
Emotionen sind zentrale Treiber menschlichen Erlebens und Handelns – und sie zeigen sich unmittelbar in Mimik und Körpersprache. Diese nonverbalen Signale eröffnen ein präzises diagnostisches Fenster in die inneren Dynamiken von Klient:innen. Der Vortrag zeigt, wie wissenschaftlich fundierte Beobachtung und Analyse von Mimik und Körpersprache im Coaching und in der Psychotherapie genutzt werden können, um Problemmuster tiefer zu verstehen, Interventionen passgenau zu gestalten und deren Wirksamkeit zu überprüfen. Damit wird der Tanz der Emotionen nicht nur sichtbar, sondern zu einem entscheidenden Instrument für wirksame Veränderungsprozesse.
Emotionen folgen einer inneren Logik. Sie entstehen nicht zufällig, sondern aus einem fein abgestimmten Zusammenspiel biologischer, psychologischer und sozialer Prozesse. Aus evolutionspsychologischer Sicht dienen sie dazu, unser Überleben und unsere soziale Eingebundenheit zu sichern - indem sie Erleben, Kognition, Physiologie und Verhalten auf eine gemeinsame Zielrichtung ausrichten. Diese Logik zu verstehen, eröffnet die Möglichkeit, Emotionen gezielt zu analysieren, ihre Funktion zu erkennen und sie konstruktiv zu regulieren. Der Vortrag stellt das Emotionsanalyse- und Regulationsschema aus dem Training emotionaler Kompetenzen vor - ein wissenschaftlich fundiertes Modell, das die zentralen Faktoren beschreibt, die die Entstehung, Funktion und Wirkung von Emotionen bestimmen.
Anhand dieses Schemas wird gezeigt, wie Emotionen differenziert erfasst und gemeinsam mit Klient:innen individuelle, wirksame Lösungsstrategien entwickelt werden können. Zudem wird verdeutlicht, wie das Modell in verschiedenen Anwendungsfeldern - von Prävention über klinische Störungsbilder bis hin zu Einzel- und Paartherapie sowie Personal- und Organisationsentwicklung - praktisch eingesetzt werden kann. So wird die innere Logik der Emotionen zu einem Schlüssel für ein tieferes Verständnis emotionaler Dynamiken und für wirksame Veränderungsprozesse in unterschiedlichen Kontexten.
Der praxisnahe Begleitworkshop lädt in mehreren Etappen dazu ein, zwischen den Kongressbeiträgen bewusst in Kontakt mit dem eigenen Körper zu kommen. Sie haben die Gelegenheit, die somatischen Bottom-Up-Interventionen der körperorientierten Psychotherapie unmittelbar am eigenen Erleben auszuprobieren. Nach einer kurzen theoretischen Einführung folgen abwechslungsreiche Übungen, die Körperwahrnehmung, Präsenz und innere Balance fördern – ein wohltuendes Gegengewicht zu den intensiven Kongresstagen. Als besonderes Highlight in der Mittagspause erwartet Sie eine regenerierende Entspannungstrance: eine Kombination aus Yoga Nidra und NSDR-Protokoll (Non Sleep Deep Rest) – ideal, um neue Energie zu tanken und mit frischem Geist in den Nachmittag zu starten.